Mitgliederversammlung 2009 in Basel

21. Januar 2009

Die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung fand am Freitag, 3. April 2009 um 18:15 Uhr im Hotel Bildungszentrum 21 an der Missionsstrasse 21 in Basel statt.

Öffentliche Veranstaltung: «Reisefreiheit ohne Zwangsfichierung»

In einer öffentlichen Veranstaltung mit dem Titel «Reisefreiheit ohne Zwangsfichierung» referierte Alexander Herrigel vor 30 interessierten Zuhörern über potentiellen Probleme mit den neuen biometrischen Ausweisen. Ein paar doch eher gruselige Einzelheiten:

- Der 56-bit-Schlüssel, welche die Chip-Daten schützen soll, wurde von der Bank- und Finanzindustrie bereits vor 6 Jahren ausgemustert, weil er zu leicht zu knacken ist. Da für diesen Schlüssel keine Zufallszahl, sondern eine aus Passnummer, Geburtsdatum und Gültigkeitsdatum zusammengesetzte Nummer verwendet wird, reduziert sich dieser Schlüssel zudem auf 43 bit.

- Noch schlechter kommen Personen weg, deren Geburtsdatum öffentlich bekannt ist. Dieser Teil des Schlüssels braucht gar nicht geknackt zu werden.

- In der Schweiz sollen 2000 Lesegeräte eingesetzt werden. Ausweis- und Fingerabdruckkontrollen sind also nicht nur an den Grenzen, sondern im ganzen Land vorgesehen.

- Fedpol als Herausgeber der digitalen Zertifikate ist selbst nicht zertifiziert.

- Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass es sich bei elektronischen Pässen um einen internationalen Standard handle, ist so gut wie nichts standardisiert. Praktisch jeder der 120 Staaten mit digitalen Pässen hat eigene Standards. Dies erfordert einen logistischen Riesenaufwand, weil jedes Lesegerät auf der ganzen Welt mit mindestens 120 aktuellen Zertifikaten ausgestattet sein muss. Neben hohen Kosten sind auch Systemausfälle wegen fehlender Zertifikate vorprogrammiert. Weitere Systemausfälle sind vorhersehbar, weil das Personal an der Grenze nicht mit der Arbeit mit empfindlichen Geräten, welche genau justiert sein müssen, vertraut ist.

- Erfahrungen aus den USA zeigen, dass bei rund 10 % der elektronischen Pässe Probleme beim Lesen der Daten aus der maschinenlesbaren Zone auftreten.

- Ein Risiko besteht darin, dass Zertifikate an einen sehr grossen Kreis von Empfängern herausgegeben werden. Jeder Mitarbeiter eines Flughafens oder einer Fluggesellschaft, welcher mit Check-in zu tun hat, kann theoretisch Zertifikate entwenden.

- Lesegeräte mit allen Schikanen, aber ohne Zertifikate, sind für 5000 Euro frei erhältlich. In Hotels, wo die Pässe nach der Ankunft üblicherweise über Nacht bei der Reception bleiben, ist genügend Zeit, um die Passdaten zu lesen und Schlüssel zu knacken.





Das Missionshaus (für grosse Ansicht Bild links klicken) wurde in den Jahren 1858 bis 1860 nach den Plänen von Johann Jakob Stehlin dem Jüngeren gebaut.

Kürzlich wurde es ins Denkmalverzeichnis von Basel-Stadt aufgenommen.
Unser Tagungsraum befindet sich im Erdgeschoss des Westflügels (auf dem Bild oben auf der linken Seite).

Für die Podiums- und Publikumsdiskussion haben bequem 50 Zuhörer Platz. Der Eintritt ist frei.
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit der Bahn bis Basel SBB, dann vom Bahnhof mit Buslinie 30 (gegenüber der Haltestelle der Linie 50 zum Flughafen) bis Spalentor. Der Bus hält direkt vor dem historischen Spalentor. Strasse überqueren (roter Pfeil) und 200 Meter gerade aus der Missionstrasse folgen (2 Minuten).