Spion im Wohnzimmer: c't ertappt schnüffelnde Fernseher

25. Januar 2014

"Ich weiss, was Du letzten Sonntag geschaut hast" – TV-Sender überwachen wie selbstverständlich die Fernsehgewohnheiten ihrer Zuschauer. c't hat überprüft, wie gross der Datenhunger der Sendeanstalten wirklich ist.

c't hat eine Reihe aktueller Smart-TVs im Labor aufgebaut, um zu überprüfen, welche Daten abfliessen, wenn man die Geräte mit dem Internet verbindet. Ohne dass wir eine der Online-Funktionen aktivierten, schickten die Geräte bereits umfassende Daten über das Nutzungsverhalten ins Netz. Und zwar nicht nur an die Sendeanstalten, sondern auch an die TV-Hersteller – und sogar an die Datenkrake Google.

Rufen Sie ct.de/hbbtv mit ihrem Smart-TV auf, um auf Mediatheken und Co. ohne Tracking der Fernsehgewohnheiten zuzugreifen. Dafür ist vor allem der Datendienst HbbTV verantwortlich, über den die TV-Sender den Fernseher anweisen können, eine bestimmte URL abzurufen. Und zwar genau in dem Moment, wenn man den Sender einschaltet. Nach Einschätzung von Datenschutzexperten ist dies ganz klar rechtswidrig, da die ungefragt übertragenen Daten personenbeziehbar sind.

Wer sich nach der Lektüre des c't-Artikels dazu entschliesst, der Schnüffelei ein Ende zu setzen und HbbTV abschaltet, für den hat c't unter der URL ct.de/hbbtv eine Linkliste zusammengestellt über die man die oftmals durchaus nützlichen HbbTV-Angebote weiterhin erreichen kann. Legen Sie die Adresse am besten als Lesezeichen im Browser Ihres Smart-TV ab.

Kurz vor Redaktionsschluss konnten wir dann noch einen kleinen Erfolg verbuchen: Einer der wichtigen öffentlich-rechtlichen Sender hat das Zuschauer-Tracking nach unserer Anfrage drastisch zurückgefahren.

 

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