Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG)

29. Mai 2013

Der Bun­des­rat hat am 29. Mai 2013 den Ent­wurf des neu­en Bun­des­ge­set­zes über das elek­tro­ni­sche Pa­ti­en­ten­dos­sier (EPDG) ver­ab­schie­det und an das Par­la­ment über­wie­sen.

Die wich­tigs­te Be­stim­mung fin­det sich aber nicht im EPDG selbst, son­dern in den Schluss­be­stim­mun­gen: Ge­mäss dem neu­en Art. 39 Abs. 1 Bst. f des Bun­des­ge­set­zes über die Kran­ken­ver­si­che­rung sind An­stal­ten, die der sta­tio­nä­ren Be­hand­lung aku­ter Krank­hei­ten oder der sta­tio­nä­ren Durch­füh­rung von Mass­nah­men der me­di­zi­ni­schen Re­ha­bi­li­ta­ti­on die­nen, nur zu­ge­las­sen, wenn sie sich ei­ner zer­ti­fi­zier­ten Ge­mein­schaft oder Stamm­ge­mein­schaft nach Ar­ti­kel 11 Buch­sta­be a des EPDG an­schlies­sen. Spi­tä­ler müs­sen al­so das elek­tro­ni­sche Pa­ti­en­ten­dos­sier ein­füh­ren. Nur für Ge­sund­heits­fach­per­so­nen im am­bu­lan­ten Be­reich gilt be­züg­lich dem Füh­ren von Pa­ti­en­ten­dos­siers Frei­wil­lig­keit. Ei­ne An­pas­sung der Ta­ri­fe der am­bu­lant tä­ti­gen Ge­sund­heits­fach­per­so­nen soll al­ler­dings da­zu bei­tra­gen, dass sich mög­lichst vie­le Leis­tungs­er­brin­ger ei­ner Ge­mein­schaft an­schlies­sen und die Frei­wil­lig­keit so­mit theo­re­ti­scher Na­tur ist.

Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten ent­schei­den sel­ber, ob sie ein elek­tro­ni­sches Pa­ti­en­ten­dos­sier wol­len oder nicht. Es kann (vor­erst) nie­mand da­zu ver­pflich­tet wer­den.

Da­mit die Da­ten si­cher er­fasst, zu­sam­men­ge­führt und be­ar­bei­tet wer­den kön­nen, müs­sen so­wohl die Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten als auch die Ge­sund­heits­fach­per­so­nen ein­deu­tig iden­ti­fi­zier­bar sein. Für die Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten soll da­zu ei­ne neue Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer ge­schaf­fen wer­den.

Um die Ein­füh­rung und Ver­brei­tung des elek­tro­ni­schen Pa­ti­en­ten­dos­siers vor­an­zu­trei­ben, un­ter­stützt der Bund den Auf­bau und die Zer­ti­fi­zie­rung von Ge­mein­schaf­ten wäh­rend drei Jah­ren über Fi­nanz­hil­fen in der Hö­he von ins­ge­samt 30 Mil­lio­nen Fran­ken. Es han­delt sich bei Ge­mein­schaf­ten um Zu­sam­men­schlüs­se von Arzt­pra­xen, Apo­the­ken, Spi­tä­lern oder Spitex­or­ga­ni­sa­tio­nen. Die Fi­nanz­hil­fen des Bun­des sind an ei­ne Mit­fi­nan­zie­rung in der glei­chen Hö­he durch die Kan­to­ne ge­bun­den.

Am 11. Ju­ni 2014 hat der Stän­de­rat dem Ge­set­zes­ent­wurf mit mi­ni­men Än­de­run­gen oh­ne Ge­gen­stim­me zu­ge­stimmt.

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