Mehraufwand dank neuer Einreise-Vorschriften der USA

29. Juli 2007

Die USA pla­nen ver­schärf­te Ein­rei­se­re­geln für Eu­ro­pä­er. Auch Schwei­zer sol­len sich 48 Stun­den vor dem Ab­flug in die USA on­line re­gis­trie­ren müs­sen. Bun­des­rat Chris­toph Blo­cher ist dar­über «nicht sehr er­freut».

Sei­ne Be­den­ken ha­be er am Frei­tag bei ei­nem Tref­fen mit dem Mi­nis­ter für in­ne­re Si­cher­heit, Mi­cha­el Cher­toff, gel­tend ge­macht, sag­te Blo­cher in ei­nem In­ter­view mit der Nach­rich­ten­agen­tur SDA. Wenn man sich vor ei­ner US-Rei­se re­gis­trie­ren und ei­nen Fra­ge­bo­gen aus­fül­len müs­se, sei das ei­ne zu­sätz­li­che ad­mi­nis­tra­ti­ve Be­las­tung.

Cher­toff ha­be ihn «ein we­nig be­sänf­tigt», sag­te Blo­cher. Der US- Mi­nis­ter ha­be ver­si­chert, dass es nicht für je­de Ein­rei­se ei­ne Re­gis­trie­rung brau­che, son­dern die­se je­weils für ein oder zwei Jah­re gel­te. Es hand­le sich für Cher­toff um ei­ne «rein for­mel­le An­ge­le­gen­heit».

Al­ler­dings sei klar, dass die USA die Ein­rei­se ver­wei­gern könn­ten, wenn die Ant­wor­ten nicht be­frie­dig­ten, sag­te Blo­cher. Die In­itia­ti­ve für die On­line-Re­gis­trie­rung sei vom Kon­gress aus­ge­gan­gen; Blo­cher er­war­tet, dass die Vor­la­ge dem­nächst ver­ab­schie­det wird.

Die Schweiz wer­de ge­gen die Neue­rung nicht viel un­ter­neh­men kön­nen, er­klär­te der Jus­tiz­mi­nis­ter. Auch die EU wird sich nicht weh­ren, wie der zu­stän­di­ge Spre­cher der EU-Kom­mis­si­on kürz­lich sag­te. Denn die Neu­re­ge­lung ge­währ­leis­tet im­mer­hin ei­ne Gleich­be­hand­lung al­ler EU-Bür­ger. Bis­lang sind die Bür­ger man­cher ost­eu­ro­päi­schen EU-Staa­ten vi­sums­pflich­tig.

Neu­es Ter­ror­ab­kom­men ab En­de Jahr

Blo­cher traf in den USA auch Jus­tiz­mi­nis­ter Al­ber­to Gon­za­les, FBI-Di­rek­tor Ro­bert Mu­el­ler und Nach­rich­ten­dienst­ko­or­di­na­tor Mi­ke Mc­Con­nell. Mit Gon­za­les ha­be er na­ment­lich über den neu­en Ver­trag über die Zu­sam­men­ar­beit in der Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung ge­spro­chen, sag­te Blo­cher der SDA.

Die Eid­ge­nös­si­schen Rä­te ga­ben in die­sem Jahr grü­nes Licht. Das Ab­kom­men soll nach den Wor­ten Blo­chers En­de 2007/ An­fang 2008 - nach Ab­lauf der Re­fe­ren­dums­frist - in Kraft ge­setzt wer­den.

Im Zen­trum die­ses Ver­trags steht für den Jus­tiz­mi­nis­ter die Ab­sicht zur Zu­sam­men­ar­beit bei Ver­bre­chen, die so­wohl in den USA als auch in der Schweiz ei­nem Straf­tat­be­stand un­ter­lie­gen.

Blo­cher sag­te, er ha­be ge­gen­über den US-Ge­sprächs­part­nern un­ter­stri­chen, dass die Schweiz ein ei­ge­ner, klei­ner Staat sei und «dass die Ame­ri­ka­ner, wenn sie mit uns zu­sam­men­ar­bei­ten wol­len, die schwei­ze­ri­sche Rechts­ord­nung voll und ganz be­rück­sich­ti­gen müs­sen».

Frü­her ha­be dies Schwie­rig­kei­ten be­rei­tet, räum­te Blo­cher ein. In den letz­ten drei Jah­ren ha­be die Schweiz aber auf die­sen Sach­ver­halt ge­pocht; «seit­her ha­ben wir kei­ne Pro­ble­me mehr».

Da­ten über Flug­pas­sa­gie­re

Nicht ge­spro­chen hat Blo­cher über Flug­pas­sa­gier­da­ten. Das Ab­kom­men Schweiz-USA läuft im Herbst 2008 aus. Die Staats­se­kre­tä­re Jean-Da­ni­el Ger­ber und Mi­cha­el Am­bühl hät­ten sich auf ih­ren jüngs­ten US-Rei­sen mit dem The­ma be­fasst, sag­te Blo­cher.

Die EU hat­te am Frei­tag ein neu­es Ab­kom­men mit den USA un­ter­zeich­net. Blo­cher be­ton­te, dass die Schweiz nicht dar­um her­um­kom­men wer­de, bei der Neue­rung mit­zu­ma­chen, wenn Schwei­zer in die USA ein­rei­sen wol­len. Man wer­de aber auf kei­nen Fall stren­ge­re Be­din­gun­gen als die EU ak­zep­tie­ren.

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