Wer sich einloggt, hat die NSA am Hals

31. Januar 2014

Flug­zeug­pas­sa­gie­re in Ka­na­da wur­den Op­fer ei­ner un­üb­li­chen Ab­hör­pra­xis. Der Ge­heim­dienst CSEC han­del­te of­fen­bar im Auf­trag der US-Re­gie­rung.

Der ka­na­di­sche Ge­heim­dienst CSEC hat ei­nem Me­di­en­be­richt zu­fol­ge im Auf­trag der US-Re­gie­rung Pas­sa­gie­re an Flug­hä­fen aus­spio­niert. Der CSEC ha­be die Da­ten von Flug­gäs­ten ab­ge­grif­fen, die sich mit ih­ren mo­bi­len Ge­rä­ten in Draht­los­netz­wer­ke ein­ge­loggt hät­ten, be­rich­te­te der Rund­funk­sen­der CBC ges­tern Abend un­ter Be­ru­fung auf Do­ku­men­te des ehe­ma­li­gen US-Ge­heim­dienst­mit­ar­bei­ters Ed­ward Snow­den.

Über Ver­bin­dun­gen zu an­de­ren öf­fent­li­chen Netz­wer­ken in Cafés, Ho­tels oder Bi­blio­the­ken ha­be der Ge­heim­dienst an­schlies­send das Be­we­gungs­pro­fil der Be­trof­fe­nen in Ka­na­da und an US-Flug­hä­fen über Ta­ge ver­fol­gen kön­nen. Dem Be­richt zu­fol­ge war die Ab­hör­ak­ti­on ein Test für ei­ne Soft­ware, die ge­mein­sam mit dem US-Ge­heim­dienst NSA ent­wi­ckelt wor­den und in­zwi­schen ein­satz­fä­hig sei. Der ka­na­di­sche Ge­heim­dienst darf laut Ge­setz auf ka­na­di­schem Bo­den nie­man­den oh­ne ei­ne ent­spre­chen­de Ge­neh­mi­gung aus­for­schen.

Die Ent­hül­lun­gen über Da­ten­samm­lun­gen an Flug­hä­fen, von de­nen auch Ka­na­di­er be­trof­fen wa­ren, ste­hen auch im Wi­der­spruch zu Aus­sa­gen des CSEC-Chefs, der im ver­gan­ge­nen Jahr ver­si­chert hat­te, sei­ne Lands­leu­te nicht aus­zu­spä­hen. Durch mut­mass­li­che Ab­hör­ak­tio­nen im In­land ge­riet der CSEC in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten aber mehr­fach in die Schlag­zei­len. So soll er es im Jahr 2010 der NSA er­mög­licht ha­ben, den G-20-Gip­fel in To­ron­to aus­zu­spio­nie­ren.

 

Webauftritt gestaltet mit YAML (CSS Framework), Contao 3.5.27 (Content Management System) und PHPList (Newsletter Engine)

Copyright © 2006-2025 by grundrechte.ch