Cyberangreifer machten wohl hochsensible Beute

8. Mai 2016

SDA

Ruag speichert Daten von Politikern und Soldaten

Bern. Bei der Cyber-Spionageattacke auf den Rüstungsbetrieb Ruag könnten den Angreifern die Personendaten der über 30 000 Bundesangestellten sowie der National- und Ständeräte in die Hände gefallen sein. Die Ruag horte neuerdings diese Datensätze, berichtet die Sonntagszeitung. Demnach habe das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) die Daten 2015 an den Betrieb ausgehändigt.

Die NZZ am Sonntag vermeldet unter Berufung auf Quellen aus dem Verteidigungsdepartement (VBS), die Angreifer hätten alle Personalien der Angehörigen des Armee-Aufklärungsdetachements 10 abgegriffen. Diese Berufstruppe ist auf riskante Auslandseinsätze ausgerichtet, die Zahl sowie die Identität ihrer Angehörigen ist geheim, die Anonymität könnte nun aber bedroht sein. Unklar ist, welche Daten beim Angriff abgeflossen sind.

In einer Zwischenbilanz hält der Präsident der Geschäftsprüfungsdelegation, Alex Kuprecht, gegenüber der Zentralschweiz am Sonntag fest, dass der Rüstungsbetrieb und das VBS zu eng verwoben seien.

Ironischerweise versteht sich die Ruag selbst als Expertin für Informationssicherheit. Auf ihrer Homepage schreibt sie: «Ruag Cyber Security ist der Schweizer Sicherheitsexperte für die Prevention, Detection und Response von Cyberangriffen.»

Der Konzern verspricht sich von der Cybersicherheitsabteilung grosses Wachstum, wie Konzernchef Urs Breitmeier vergangenen Sommer vor den Medien sagte. Rund 70 Cyberspezialisten arbeiten in dieser Abteilung. Mit diesem Geschäft will die Ruag im weltweiten Milliardenmarkt der Cybersicherheit mitmischen. Zu den Kunden zählen sowohl das Militär, Behörden- und Sicherheitsorganisationen als auch Betreiber kritischer Infrastrukturen wie Telekommunikationsunternehmen oder Energieversorger.

 

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